BGV-Vereins-D&O schützt die versicherte Leitungsverantwortung
Der BGV bietet Vereins-D&O zusammen mit einer Vereinshaftpflicht an. Angesprochen sind gegenwärtige und frühere Leitungs- und Aufsichtspersonen des Vereins. Entscheidend ist eine persönliche Inanspruchnahme wegen der versicherten Organfunktion.
Eigenes Beispiel: Nach dem Wechsel im Vorstand wird einem früheren Verantwortlichen vorgeworfen, einen langfristigen Vertrag ohne ausreichende Prüfung abgeschlossen zu haben. Für den D&O-Schutz sind das Mandat, der Vorwurf und die relevanten Zeitpunkte zu klären. Ein wirtschaftlich ungünstiger Vertrag allein beweist noch keine persönliche Haftung.
BGV-D&O: Rückwärtsversicherung muss ausdrücklich passen
Die veröffentlichten BGV-Vereins-D&O-Bedingungen enthalten grundsätzlich keine Rückwärtsversicherung, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Für einen neu abzuschließenden Vertrag sollte deshalb geprüft werden, wie Entscheidungen aus der bereits laufenden Amtszeit behandelt werden.
Stellen Sie drei Daten gegenüber: Beginn des Mandats, Beginn der Versicherung und Zeitpunkt des behaupteten Fehlers. Kommt der Anspruch später hinzu, ist zusätzlich dessen erstmalige Erhebung relevant. Diese Übersicht verhindert, dass ein neu gewählter Vorstand eine Police für zeitlich umfassender hält, als sie tatsächlich ist.
Fünf Jahre Nachmeldung bei BGV-Vereins-D&O: Voraussetzungen beachten
Nach einer Kündigung sieht die veröffentlichte BGV-D&O-Regelung fünf Jahre Nachmeldefrist vor, sofern die Kündigung nicht wegen Beitragsverzuges erfolgte. Sie betrifft frühere Pflichtverletzungen und nutzt den unverbrauchten Teil der letzten Versicherungssumme. Es entsteht keine neue volle Jahressumme.
Bewahren Sie deshalb die letzte Police und Nachträge auch nach Vertragsende auf. Ein späterer Anspruch lässt sich leichter einordnen, wenn frühere Schadenmeldungen und bereits verbrauchte Summen nachvollziehbar sind. Für Fusionen und Übernahmen bestehen eigene Regeln, die vor der Veränderung geprüft werden sollten.
BGV-D&O beim Vorstandswechsel praktisch übergeben
Bei der Übergabe einer BGV-Vereins-D&O sollte der neue Vorstand mehr erhalten als die Beitragsrechnung. Wichtig sind Versicherungsschein, Bedingungen, bisherige Meldungen und bekannte Vorgänge. Die Übergabe sollte zeigen, welche Personen und Aufgaben erfasst sind.
Notieren Sie offene Verträge, noch nicht abgeschlossene Förderprojekte und bereits angekündigte Forderungen. Solche Vorgänge sollten nicht erst dann gesucht werden, wenn ein anwaltliches Schreiben eingeht. Eine übersichtliche Übergabe hilft dem Verein und den früheren Amtsinhabern gleichermaßen.
BGV-D&O und Vereins-VSH: Abwehrkosten und Summen gemeinsam prüfen
Bei der BGV-Vereins-D&O werden Kosten auf die Versicherungssumme angerechnet. Ein längerer Streit kann daher die noch verfügbare Summe für einen Schadenersatzanspruch verringern. Das sollte beim Vergleich unterschiedlicher Deckungssummen berücksichtigt werden.
Betrachten Sie daneben die Vereins-VSH. Sie kann ebenfalls bestimmte Eigenschäden betreffen, folgt aber nicht in jedem Punkt derselben Regelung. Lassen Sie die beiden Bausteine aufeinander abstimmen, statt zwei Beiträge ohne ihren Leistungsumfang zu vergleichen.
Kommunale BGV-D&O ist eine andere Lösung als Vereins-D&O
Neben dem Vereinsangebot beschreibt der BGV eine kommunale D&O für die Leitungsorgane von Unternehmen. Ein Mandat in einer kommunalen Gesellschaft sollte deshalb eigenständig angefragt werden. Die Bedingungen der Vereins-D&O lassen sich darauf nicht pauschal übertragen.
Nennen Sie die konkrete Gesellschaft, Ihre Funktion und weitere Mandate. Ein ehrenamtlicher Vereinsvorstand und ein Aufsichtsratsmitglied eines kommunalen Unternehmens können zwar dieselbe Person sein, handeln aber für unterschiedliche Organisationen.
Ein BGV-D&O-Angebot für den Verein anfragen
Für die BGV-Vereins-D&O sollten Satzung, Haushalt, vorhandene Vereinshaftpflicht und Angaben zu den Leitungsfunktionen bereitliegen. Ergänzen Sie frühere Amtszeiten und bekannte Umstände, wenn auch vergangene Tätigkeiten berücksichtigt werden sollen.
Im Angebotsformular können Sie den gewünschten Schutz für den Vorstand beschreiben. Lassen Sie Summen und zeitliche Deckung gemeinsam anbieten. Ein öffentliches vollständiges Beitragsbeispiel für diese konkrete Vereinskombination liegt nicht vor; ein anderer Haftpflichtpreis wäre dafür kein verlässlicher Ersatz.
Fragen vor Abschluss einer BGV-Vereins-D&O
Kann die BGV-Vereins-D&O ohne Vereinshaftpflicht abgeschlossen werden?
Das veröffentlichte BGV-Produktinformationsblatt sieht die Vereins-D&O nur in Verbindung mit einer Vereinshaftpflicht vor. Legen Sie bei der Anfrage deshalb die vorhandene Vereinsabsicherung vor. Das Angebot sollte erkennen lassen, welche Bausteine zusammen vereinbart werden.
Versichert BGV-D&O automatisch meine bisherige Amtszeit?
Bei der BGV-Vereins-D&O ist eine Rückwärtsversicherung grundsätzlich nicht automatisch enthalten. Lassen Sie die Behandlung früherer Entscheidungen ausdrücklich prüfen. Besonders wichtig ist das, wenn Ihr Mandat schon länger besteht als die gewünschte Versicherung.
Warum sind frühere Vorstände nicht automatisch für jeden alten Fehler versichert?
Die BGV-Vereins-D&O unterscheidet den versicherten Personenkreis von den Zeitregeln. Ein früheres Vorstandsmitglied kann zum Personenkreis gehören, während der konkrete Vorgang außerhalb der vereinbarten zeitlichen Deckung liegt. Amtszeit und Zeitpunkt des Vorwurfs müssen deshalb gemeinsam geprüft werden.
Entsteht durch die BGV-D&O-Nachmeldung eine neue Versicherungssumme?
Die Nachmelderegelung der BGV-Vereins-D&O verwendet den noch verfügbaren Teil der letzten Versicherungssumme. Sie schafft keine neue volle Summe für jedes weitere Jahr. Bereits verbrauchte Leistungen sind deshalb auch nach Vertragsende relevant.
Was gehört bei BGV-D&O in die Vorstandsübergabe?
Für die BGV-Vereins-D&O sollten Police, Nachträge, frühere Meldungen und offene Vorgänge übergeben werden. Dokumentieren Sie außerdem Amtszeiten und Zuständigkeiten. Das erleichtert die Zuordnung eines Anspruchs, der erst nach dem Wechsel erhoben wird.
Ist die BGV-Vereins-D&O zugleich Schutz für mein kommunales Mandat?
Ein kommunales Mandat sollte beim BGV gesondert für die D&O angefragt werden. Das Vereinsangebot bezieht sich auf die versicherte Vereinsfunktion. Eine zusätzliche Aufgabe in einer kommunalen Gesellschaft wird durch denselben Versicherernamen nicht automatisch eingeschlossen.
Kann der Verein die D&O-Anfrage beim BGV für den gesamten Vorstand stellen?
Bei der BGV-Vereins-D&O sollte die Anfrage den gesamten gewünschten Personenkreis beschreiben. Nennen Sie Vorstandsstruktur und gegebenenfalls vorhandene Aufsichtsorgane. Prüfen Sie anschließend im Angebot, welche Funktionen tatsächlich erfasst sind.
Sollte ich bei einer BGV-D&O-Anfrage einen bereits bekannten Streit erwähnen?
Bekannte Vorgänge gehören in die BGV-D&O-Anfrage. Eine neu abgeschlossene Versicherung lässt sich nicht ohne Weiteres auf einen bereits erkennbaren Anspruch anwenden. Legen Sie Schreiben und bisherige Meldungen vor, damit der bestehende und gewünschte Schutz richtig eingeordnet werden kann.