Welche Rolle spielt Continentale heute bei VOV-D&O?
Die Continentale hat ihre Beteiligung an der VOV-Versicherungsgemeinschaft zum Jahresbeginn 2024 beendet. Die Vertriebspartnerschaft blieb bestehen. Für einen heutigen D&O-Vertrag sind daher die beteiligten VOV-Versicherer im Versicherungsschein maßgeblich, nicht die Annahme eines eigenständigen Continentale-Tarifs.
Bei einem bestehenden Vertrag sollten Sie Versicherungsschein und Verlängerungsunterlagen zusammen betrachten. Ein Ansprechpartner aus dem Continentale-Vertrieb und ein anderer Risikoträger im Vertrag sind kein Widerspruch. Wichtig ist, welche Bedingungen für Ihren Versicherungszeitraum vereinbart sind.
Unternehmens-D&O der VOV für Continentale-Kunden
Bei der VOV-Unternehmens-D&O schließt die Gesellschaft den Vertrag für den versicherten Personenkreis ab. Der Schutz richtet sich auf persönliche Haftungsansprüche aus Leitungsaufgaben. Die vereinbarte Summe steht nach der jeweiligen Jahresregelung gemeinsam zur Verfügung.
Eigenes Beispiel: Nach einer fehlgeschlagenen Expansion werden sowohl Geschäftsführung als auch weitere Verantwortliche wegen unzureichender Kontrolle in Anspruch genommen. Schon die gemeinsame Rechtsverteidigung kann die verfügbare Summe beanspruchen. Prüfen Sie deshalb, für wie viele Personen und Gesellschaften der Vertrag gedacht ist.
ChefSache als persönliche D&O neben Continentale-Firmenverträgen
Die persönliche VOV-D&O ChefSache kann für eine Führungskraft interessant sein, die eine eigene Summe unabhängig vom Unternehmensvertrag benötigt. Zum Konzept gehören die ChefLine für juristische Unterstützung und eine auf die versicherten Mandate abgestimmte Haftungsdeckung.
Eine persönliche Police sollte dennoch mit der Unternehmens-D&O abgeglichen werden. Entscheidend sind das konkrete Mandat und das Zusammenspiel bei einem Anspruch. Wer mehrere Funktionen ausübt, sollte sie vollständig aufführen, statt nur den Namen des Hauptarbeitgebers anzugeben.
VOV-Nachmeldefristen: Unternehmensvertrag und ChefSache unterscheiden
Bei VOV-Verträgen für Continentale-Kunden gelten unterschiedliche Nachmeldebedingungen. Die Unternehmens-AVB 5.0 sehen nach einer mindestens einjährigen ersten Periode sechs Jahre und nach der zweiten acht Jahre vor. Erweiterungen auf bis zu zwölf Jahre sind unter den genannten Bedingungen gegen Zusatzprämie möglich.
ChefSache sieht nach der ersten mindestens einjährigen Versicherungsperiode zwölf Jahre vor. In beiden Fällen geht es um spätere Ansprüche wegen früherer Pflichtverletzungen und die verbliebene Versicherungssumme. Eine Nachmeldefrist ist keine neue Vollsumme für jedes Jahr und versichert keine beliebigen neuen Handlungen nach Vertragsende.
VOV-ReCo: Unterstützung vor einer Insolvenzreife
Im VOV-D&O-Konzept kann der ReCo-Baustein für Restrukturierungsberatung eingesetzt werden. Die Beschreibung nennt bis zu 40 Arbeitsstunden spezialisierter Beratung, wenn wirtschaftliche Schwierigkeiten bestehen, aber noch keine Insolvenzreife eingetreten ist. Für Continentale-Kunden ist das ein konkreter Punkt für den D&O-Leistungsvergleich.
Der Baustein ersetzt keine Finanzierung des Unternehmens. Sein Nutzen liegt in der frühzeitigen Unterstützung bei einer schwierigen Lage. Wer erst nach einer bereits bekannten Krise neuen Schutz beantragt, muss die Situation offenlegen und kann nicht von rückwirkender Kostenübernahme ausgehen.
VOV-Schadenfall: Rund 28.000 Euro Abwehrkosten trotz unbegründetem Vorwurf
Ein veröffentlichtes VOV-Beispiel betrifft einen externen Geschäftsführer einer Konditorei-GmbH. Nach enttäuschender Geschäftsentwicklung wurden ihm falsche Investitionsentscheidungen vorgeworfen. Der Anspruch war unbegründet; für die anwaltliche Abwehr entstanden dennoch rund 28.000 Euro, die über seine persönliche D&O getragen wurden.
Für Continentale-Kunden zeigt dieser VOV-Fall, warum die Schadenabwehr ebenso wichtig ist wie eine mögliche Entschädigung. Der Betrag ist ein Schadenbeispiel und kein Versicherungsbeitrag. Gute Entscheidungen schließen nicht aus, dass sie später teuer verteidigt werden müssen.
VOV-D&O-Beiträge für Continentale-Kunden: Voraussetzungen des Beispiels
Die folgenden Jahresbeiträge stammen aus dem weiterhin bereitgestellten VOV-Deckungsantrag mit Stand Mai 2024. Sie gelten für das vereinfachte Verfahren, beispielsweise für eine passende deutsche Handels-GmbH. Es sind VOV-Beiträge und keine eigenen Continentale-Tarife.
Vorausgesetzt werden unter anderem mindestens zwei aktive Jahre in der bisherigen Rechtsform, unter 250 Millionen Euro Jahresumsatz, mindestens 15 Prozent Eigenkapitalquote, positive Ergebnisse und gesicherte Liquidität für zwölf Monate. Bestimmte Branchen, Börsennotierung sowie Tochterunternehmen in den USA, Kanada oder Großbritannien passen nicht in dieses Verfahren. Hinzu kommen die vollständigen Erklärungen zu bekannten Pflichtverletzungen, Rechtsstreitigkeiten und Insolvenzgründen. Bei Abweichungen ist eine individuelle Prüfung möglich.
Ein D&O-Angebot mit Continentale-Bestand nachvollziehbar vergleichen
Für eine D&O-Anfrage sollten Continentale-Kunden neben Gesellschaftsdaten auch vorhandene VOV- oder andere Managerverträge bereithalten. Geben Sie an, ob das Unternehmen alle Organmitglieder versichern oder eine einzelne Person zusätzliche Sicherheit erhalten soll.
Vergleichen Sie Angebot und bestehenden Schutz anhand von Mandaten, Summe, Jahresleistung, zeitlicher Deckung und Ausschlüssen. Über das Formular können Sie diese Angaben für ein unverbindliches Angebot übermitteln. Eine frühere Verbindung der beteiligten Unternehmen ersetzt keine Prüfung der konkreten Police.
VOV-Unternehmens-D&O: Jahresbeiträge für passende Continentale-Kunden
Beispiel: deutsche Handels-GmbH im vereinfachten VOV-Verfahren; Voraussetzungen im Abschnitt zu den VOV-D&O-Beiträgen. Deckungsantrag Stand 05/2024, weiterhin veröffentlicht. Jahresnettoprämien zuzüglich 19 % Versicherungssteuer; Bruttowerte selbst berechnet. Deckungssumme einmal je Versicherungsfall und Versicherungsjahr. Keine ChefSache-Beiträge und kein eigener Continentale-Tarif.
| Deckungssumme | Jährlich netto | Jährlich inkl. 19 % Steuer |
|---|---|---|
| 250.000 € | 500,00 € | 595,00 € |
| 500.000 € | 700,00 € | 833,00 € |
| 1.000.000 € | 950,00 € | 1.130,50 € |
Continentale, VOV und persönliche Managerhaftung
Ist Continentale noch Risikoträger der VOV-D&O?
Seit dem 1. Januar 2024 gehört Continentale nicht mehr zur VOV-Versicherungsgemeinschaft. Die Vertriebspartnerschaft bleibt bestehen. Bei einem konkreten Angebot geben die Vertragsunterlagen Auskunft über die beteiligten Versicherer und den vereinbarten Schutz.
Was kostet eine VOV-Unternehmens-D&O für Continentale-Kunden?
Der veröffentlichte VOV-Deckungsantrag nennt für 250.000 Euro Deckung 500 Euro Jahresnettoprämie, entsprechend 595 Euro inklusive 19 Prozent Versicherungssteuer. Das Beispiel gilt nur für geeignete Unternehmen im vereinfachten Verfahren, etwa eine passende deutsche Handels-GmbH, und ist kein eigener Continentale-Tarif. Die Voraussetzungen und weitere Summen stehen in der Beitragstabelle.
Braucht eine Führungskraft mit Continentale-Schutz eine eigene D&O?
Das hängt vom vorhandenen Managervertrag ab. Die persönliche VOV-D&O ChefSache kann eine eigene Summe bieten, während eine Unternehmens-D&O mehreren Personen gemeinsam dient. Continentale-Privat- oder Betriebshaftpflicht sollte nicht ohne Prüfung als persönliche Organhaftpflicht behandelt werden.
Gibt es bei VOV-D&O für Continentale-Kunden immer zwölf Jahre Nachmeldung?
Nein. Die VOV-Unternehmens-AVB 5.0 unterscheiden nach Vertragsdauer und möglichen Erweiterungen. ChefSache sieht zwölf Jahre nach der ersten mindestens einjährigen Periode vor. Continentale-Kunden sollten daher die Nachmeldefrist ihres konkreten D&O-Produkts prüfen.
Muss eine Unternehmens-D&O bestehen, um ChefSache abzuschließen?
VOV ChefSache wird als persönliche D&O mit oder ohne bestehende Unternehmens-D&O angeboten. Für Continentale-Kunden ist dennoch die Angabe vorhandener Managerverträge wichtig. Die Verträge sollten bei Mandaten, verfügbaren Summen und möglichen Ansprüchen zusammenpassen.
Wofür sind die 40 Stunden ReCo-Beratung gedacht?
Der VOV-ReCo-Baustein betrifft frühe Restrukturierungsunterstützung bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten vor Insolvenzreife. Für Continentale-Kunden kann er Teil eines passenden D&O-Konzepts sein. Die genannten Stunden sind Beratungsleistungen und keine Zahlung zum Ausgleich betrieblicher Verluste.
Zahlt VOV-D&O auch, wenn sich ein Vorwurf als falsch herausstellt?
Die Abwehr persönlicher Haftungsansprüche gehört zur Funktion der VOV-D&O. Ein veröffentlichter Fall nennt rund 28.000 Euro Anwaltskosten bei einem unbegründeten Vorwurf. Für Continentale-Kunden ist deshalb auch die Abwehrleistung ein wesentlicher Vergleichspunkt.
Können junge Unternehmen den einfachen VOV-D&O-Antrag nutzen?
Das veröffentlichte vereinfachte VOV-Verfahren verlangt mindestens zwei aktive Jahre in der bisherigen Rechtsform. Ein jüngeres Unternehmen benötigt eine individuelle Prüfung. Continentale-Kunden sollten eine abweichende Voraussetzung offen angeben; sie bedeutet nicht automatisch, dass überhaupt kein D&O-Angebot möglich ist.
Welche Personen teilen sich die VOV-Unternehmenssumme?
Die VOV-Unternehmens-D&O dient dem vereinbarten versicherten Personenkreis einschließlich erfasster Tochterunternehmen. Die Summe steht nach der jeweiligen Jahresregelung gemeinsam zur Verfügung. Continentale-Kunden sollten daher nicht mit einer vollständigen separaten Summe für jeden Geschäftsführer rechnen.